Something I recently wrote for my book (German)


24.02.2017

Sie ist da. Ich spüre es in meinem ganzen Körper. Sie ist wieder ganz dicht da die Anorexie und verschmilzt mit mir. Wie oft war ich seit 2011 wieder an diesem Punkt und bin dann wieder rausgekommen um schlimmeres zu fühlen und zu ertragen, wo ich dann in Selbsthass versunken bin und mich vor mir geekelt habe. Diesmal kann ich einfach nicht dorthin zurück. Ich muss diesen Teufelskreis stoppen. Ich schaffe das nicht das aushalten, diese Selbstverachtung und Ekel vor mir selbst. Jetzt fühle ich mich irgendwie leicht, als schwebe ich, gleichzeitig fühle ich mich dick und einfach zuviel, was ich auch im Spiegel sehe. Aber irgendwie ist doch alles ein bisschen erträglicher. Und da meine körperlichen Symptome keinen Unterschied zu vorher aufweisen (Müdigkeit, Erschöpfung), fast im Gegenteil, sehe ich keinen Grund zurückzugehen. Doch gleichzeitig ist auch wieder diese drohende Gefahr da, dieses Gefühl zu verschwinden und wegzuschweben, und ich bin mir nicht sicher ob ich das angenehm oder unangenehm empfinde. Ich denke weder noch, es ist einfach nur bedrohlich. Bedrohlich wie gefährlich diese Krankheit ist, wie schnell es bergab geht, wie stark sie einen in den Fängen hat. Es ist keine bewusste Entscheidung, magersüchtig zu sein. Es hat herzlich wenig mit Entscheidungen und einem Selbst zu tun. Man ruscht hinein getrieben durch die Dämonen, und dann hat man es mit einer Entscheidung zu tun, etwas dagegen zu tun oder nicht. Und wenn der Zustand als angenehmer empfunden wird als davor, dann denkt man sich man bleibt eben dort. Das ist natürlich ganz plump ausgedrückt, es ist komplexer als das aber momentan fühlt es sich so für mich an. Ich will nicht zurückgehen zu Fettsein, Ekel, Blähungen, Völlegefühl, Fressen, Hunger, Selbsthass und Versagen. Deshalb bleibe ich hier, obwohl ich das Gefühl habe es entgleitet meiner Kontrolle. Es ist so furchtbar schwierig auszudrücken was ich fühle. Einerseits bin ich in Kontrolle und tu mir das alles selbst an, andererseits passiert es mit mir, es ist außer meiner Kontrolle. Wir werden sehen, wie es weitergeht. Vorerst jede Menge Cola und Energydrinks und ein bisschen Essen, bis ich mich ordentlich im Griff habe. Irgendwie bin ich aufgeregt. So weit war ich erst einmal. Wie viel ich wohl wiege? Wenn ich mich als wirklich dünn im Spiegel sehe und mich auch so fühle, dann werde ich mich wieder täglich wiegen. Ich vermisse es. Aber ich muss mich gedulden, jetzt wäre das nur ein Kollateralschaden wenn ich auf die Waage steige und dann vermutlich eine Zahl sehe die viel mehr ist als ich dachte. Dann denke ich wirklich wieder ich bin dick, wo ich mich doch gerade so halbwegs gut fühle. Alle machen sich Sorgen, mir tut das so leid.

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